Review: Pinnacle Studio 19 – Videobearbeitung für Zuhause

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Videobearbeitung wird in der heutigen Zeit immer mehr zum Thema und auch viele Privatpersonen suchen nach einer geeigneten Lösung in diesem bereich. Wir haben uns im Rahmen dessen einmal Pinnacle Studio 19 angenommen und für euch getestet. Größere Flexibilität und schnellere Bearbeitungsausführung, das verspricht der Hersteller Corel den Anbietern im neuen Pinnacle Studio 19. Zu den Highlights zählen hier die Unterstützung der Multikamera-Ansichten im Editor und der „Audio Ducking“-Funktion, bei welcher die Hintergrundgeräusche automatisch unterdrückt werden. Preislich positioniert sich die Videoschnitt-Lösung Pinnacle Studio bei Alternativen wie Adobe Premiere Elements, die einen ähnlichen Funktionsumfang bieten. Joy-Ramon, Cutter und Editor aus dem iPadBlog Video und Grafik-Department, hat sich einmal etwas genauer mit der vielversprechenden Windows-Software beschäftigt. 

Die Vorbereitung

Versprochen wird hier eine optimale Videoschnitt-Lösung für den Heimanwender. Dank der Unterstützung von DirectX 11 und der sechsten Generation von Intels I7-Prozessoren, soll die Version 19 laut Herstellerangaben bis zu 2,5 mal schneller als die Vorgängerversion sein. Hervorgehoben wird außerdem die neue Multikamera-Funktion, die automatische Synchronisierung von mehreren Kameraspuren und die Unterstützung von 4K Videos. Diese Features sind recht unüblich für solch ein günstiges Programm und man kennt sie eher aus dem professionellen Anwendungsbereich.

Pinnacle-Studio-19

 

Pinnacle Studio 19

Pinnacle Studio 19 wird in drei verschiedenen Varianten angeboten:

Pinnacle  Studio: Die kleinste Version des Programms wird nur als „Pinnacle Studio“ bezeichnet und kostet 59.90 Euro. Dafür erhält man die Standard-Videoschnitt-Funktionen mit einer Bearbeitung auf bis zu drei Videospuren und drei Audiospuren, ohne 4K-Verarbeitung und einer geringeren Anzahl an Effekten und Vorlagen.

Pinnacle Studio Plus: Bei Pinnacle Studio Plus darf man unter anderem auf bis zu 12 Video- und Audiospuren schneiden, Dolby 5.1-Ton importieren/exportieren und 3D Material verarbeiten. Diese Version ist für 99,95 Euro erhältlich.

Pinnacle Studio Ultimate: Den uneingeschränkten Funktionsumfang erhält man ausschließlich mit Pinnacle Studio Ultimate für 129,95 Euro. Hierbei ist die 4K-Videobearbeitung möglich und man erhält einige Bonusinhalte wie 800 NewBlue-Voreinstellungen und den „Isotope Music & Speech Cleaner“ und Screen Recorder zum Aufnehmen des Bildschirms. Diese Version ist für 129,95 Euro erhältlich.

Ob man sich nun Pinnacle Studio zulegen- und für welche Version man sich entscheiden sollte, klären wir nach dem Praxistest. Was mir bei der Vorbereitung auf diesen Test schon negativ auffiel: Es gibt leider keine Demoversion des Programms. In unserem Review haben wir von Corel die Ultimate Variante mit uneingeschränktem Funktionszugriff zur Verfügung gestellt bekommen. Pinnacle Studio 19 Ultimate wurde auf einem Windows 10 Rechner mit 16GB RAM, AMD 8 Kern Prozessor mit je 4GHz pro Sockel und einer Nvidia GeForce GTX 460 getestet. Vorab gilt zu sagen: Auf diesem Setup laufen Programme wie Adobe Premiere CC, Adobe After Effects CC, Sony Vegas Pro 13 usw. vollkommen flüssig und ohne jegliche Probleme.

Erster Test

Das importieren von Clips in die Projektablage geht ganz einfach und ohne Probleme mit allen herkömmlichen Videoformaten von statten. In unserem Test habe ich Full-HD Material unseres AppTreffs in der Ukraine verwendet. Sehr positiv sind mir die zwei Reiter „Organisieren“ und „Editieren“ aufgefallen. Somit ist der Arbeitsablauf klar strukturiert und gerade für den Neuling sehr einfach aufgebaut. Erst die Clips im „Organisieren“ Fenster einfügen, sichten und sortieren und von dort dann ganz einfach in das Editieren mit der Timeline übergehen.

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Das Import-Fenster in Pinnacle Studio 19. Damit ist ein sehr übersichtlicher und schneller Dateiimport möglich. 

Workflow  – Schnitt und Effekte

Haben wir nun die gewünschten Videos in unser Projekt importiert, werden uns diese in der Projektablage angezeigt. Von dort lassen sich die Videoclips in unsere Timeline ziehen und die Bearbeitung kann beginnen. Als Bearbeitungsmöglichkeiten stehen uns dafür die Standardwerkzeuge wie der Trimmer, Cutter und Verschieber zur Verfügung. Darüber hinaus lassen sich eine ganze Menge Effekte auf die einzelnen Videoclips anwenden. Von Farbkorrekturen über Bildverzerrungen bis hin zu Timecodes, der Heimanwender sollte mit der Effektpalette bestens bedient sein. Sogar ein Effekt zur Hautglättung ist schon vorinstalliert, im professionellen Anwendebereich müssen solche Effekte mit teuren PlugIns nachgerüstet werden.

Die Übergangs und Texteffekte hinterließen jedoch in meinem Test Enttäuschung. Wenn man einen Text erstellen wollte, erhielt man die Fehlermeldung: „Standardtitel wurden nicht bei den Installierten Inhalten gefunden. Titel Editor kann nicht geöffnet werden.“ Daraufhin prüfte ich die Installation und stellte fest, dass Pinnacle Studio 19 Ultimate und alle dazugehören Programme ordnungsgemäß installiert war. Warum es nicht möglich ist, Titel zu erstellen lässt sich nicht definieren. Falls dazu ein Extra PlugIn nötig sein sollte, ist das nicht gerade benutzerfreundlich. Die Sparte mit Überblendungen ist zwar vorhanden, jedoch leer. Es werden uns keine Übergangseffekte zur Auswahl angezeigt. Sehr schade, wie wir finden.

Dafür steht uns aber eine nahezu gigantische Audiobibliothek mit jeglichen Soundeffekten zur Verfügung, welche wir für unsere Videos frei nutzen können. Diese sind in verschiedenen Kategorien für eine bessere Übersicht sortiert. Die Sounds reichen vom Rasenmäher bis zum T-Rex. Sehr nützliche Bibliothek für Amateur-Produzenten. Auch äußerst positiv ist mir auch eine Option zur Bestimmung der Richtung von Audiospuren aufgefallen. Darin lässt sich ein Punkt verschieben, welcher die Richtung angibt, aus welcher der jeweilige Ton kommen soll. Von diesem simplen Interface sollten sich Hersteller wie Adobe inspirieren lassen.

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Das ist Pinnacle Studio 19 Ultimate. Oben Rechts die Projektablage, Links die Videovorschau und unten die Timeline. Übersichtlich, nicht wahr?

Benutzerfreundlichkeit und Performance

Der erste Eindruck beim Arbeiten in der Timeline war… schlecht. Ruckelige Vorschauen und eine lange Verzögerung vor dem Abspielen sorgten für blanke Nerven. Erst schoben wir es auf den geringen Arbeitsspeicher des Computers, welcher zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 4 GB betrug. Somit rüsteten wir auf ganze 16 GB auf und testeten erneut. Keine Veränderung. Doch etwas kam hinzu und zwar eine Update-Meldung. Es sei ein neuer Patch verfügbar. Somit luden wir diesen herunter, dies funktioniert nicht über das Programm selbst oder einen Update-Manager, sondern muss umständlich über den Browser gemacht werden. Als wir dann den neuesten Patch geladen und ausgeführt hatten, sagte uns dieser, dass für die Installation ein vorheriger Patch benötigt wird, welcher noch einmal separat geladen werden muss. Umständlicher geht es nicht.


 

Fazit

Zusammenfassung

Auch wenn Pinnacle Studio 19 in vielen Bereichen ein solides Videobearbeitungsprogramm ist, kann man es sicherlich versuchen, aber für mich persönlich kann ich schreiben, rate ich eher davon ab. Mit Alternativen wie Adobe Premiere Elements ist man als Heimanwender, bei einem ähnlichen Preis, deutlich zuverlässiger und besser bedient.

Momentan ist Pinnacle Studio 19 zum reduzierten Preis erhältlich:

Pinnacle Studio 19 Plus: 69,95€ – Vergleiche auch auf Amazon (günstiger)

Pinnacle Studio 19 Ultimate: 89,95€ – Vergleiche auch auf Amazon (günstiger)

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